Petitionsübergabe an Ministerpräsident Torsten Albig

Am 17. Dezember 2015 um 9.30 Uhr fand vor der Staatskanzlei in Kiel, Düsternbrooker Weg, die Übergabe der über 15.000 gesammelten Unterschriften gegen das geplante Betretungsrecht der freien Landschaft statt.

Am Donnerstag, den 17. Dezember 2015 um 9.30 Uhr versammelten sich vor der Staatskanzlei in Kiel die drei Initiatoren der Petition aus der Kreisjägerschaft Rendsburg-Ost, Dr. Michael Fritzsche, Olaf Malmström und Detlef Möller, 35 Bläser aus insgesamt 5 Kreisjägerschaften sowie Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen, um die 15.200 gesammelten Unterschriften offiziell an den Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein, Torsten Albig, zu übergeben.

Als der Ministerpräsident kurz nach halb zehn aus der Staatskanzlei trat, wurde er zünftig von den 35 angetretenen Bläsern begrüßt. Anschließend begrüßte Albig seinerseits die drei Initiatoren der Petition freundlich und ließ sich unter Begleitung der Medien die in drei dicken Aktenordnern gesammelten Unterschriftenlisten übergeben.

Es kam zu einem Gespräch zwischen den drei Initiatoren und Torsten Albig, in dem sich der Ministerpräsident u. a. von Olaf Malmström erklären ließ, warum denn gerade in Schleswig-Holstein das Betretungsrecht der freien Landschaft so kritisch gesehen werde, wo es doch z. B. im Bundesland
Bayern schon geltendes Recht sei. Herr Malmström erklärte, dass das Bundesland Bayern eines der waldreichsten Bundesländer mit einem dementsprechend großen Rückzugsraum für die Wildtiere sei und für Schleswig-Holstein hier ganz andere Maßstäbe anzulegen seien. In unserer stark zersiedelten, offenen Agrar- und Knicklandschaft mit Weiden und Äckern benötigen die Wildtiere diese Flächen dringend als ungestörten Lebens- und Rückzugsraum. Von querfeldein laufenden Mitbürgern aufgescheuchtes, äsendes Wild wird unnötig gestresst und kann durch sein Fluchtverhalten eine steigende Anzahl an Wildunfällen hervorrufen. Im offenen Grünlandbereich können Bruten gestört oder Gelege zerstört werden. Torsten Albig erwiderte, dass ihm die angeführte Argumentation in dieser Deutlichkeit nicht bewusst gewesen sei und versprach, diesen Punkt in die parlamentarische Beratung mit einzubringen.

Der Ministerpräsident war sichtlich beeindruckt von der Anzahl an gesammelten Unterschriften und dem Klangkörper der ausgezeichneten Bläser. Er brachte dies auch durch sein Interesse gegenüber den Überbringern der Petition zum Ausdruck, indem er das Engagement der Jägerschaft in dieser Sache und die Art und Weise des Auftretens der Jägerschaft ausdrücklich positiv bewertete.

Zum Abschied gaben die Bläser nochmals ihr Bestes und verabschiedeten Torsten Albig mit dem Stück „Aufwiedersehen“.

Zur Petition

Nach der gelungenen Demonstration der Jägerschaft zusammen mit anderen Nutzerverbänden am 1. September 2015 vor dem Gästehaus des Landtages in Kiel blieb trotzdem der Eindruck, die geplante Änderung im Landesnaturschutzrecht seitens der rot-grün-blauen Regierung – ein allgemeines Betretungsrecht der freien Landschaft abseits der Wege – sei bereits beschlossen und unumstößlich. Wie sollte man sich nun erneut Gehör verschaffen, um die Regierungskoalition von der Notwendigkeit eines Betretungsverbots in der freien Landschaft zu überzeugen. Auf einer Sitzung des erweiterten Vorstandes der KJS RD-Ost am 17. September 2015 wurde nach intensiver Diskussion beschlossen, eine Petition zum diesem Thema einzureichen und die gesammelten Unterschriften der Regierung zu übergeben. Die Kreisjägerschaft Rendsburg-Ost e.V. setzte sich mit dieser Petition für den Schutz der Lebensräume der heimischen Wildtiere ein.

Drei Mitglieder des erweiterten Vorstandes der Kreisjägerschaft Rendsburg-Ost nahmen die Sache federführend in die Hand und entwarfen den Text der Petition, reichten diese beim Ministerium ein und machten auf Veranstaltungen und im privaten Umfeld Werbung, diese zu unterzeichnen. Unterstützung erhielten die drei Männer vom Landesjagdverband, dem erweiterten Vorstand und den Mitgliedern der gesamten Kreisjägerschaft Rendsburg-Ost sowie vielen Jägerinnen und Jägern im Lande. Die Petition konnte bis zum 16. 12. 2015 im Internet auf der Seite des Landtages (1.632 Unterschriften) oder auf ausliegenden Unterschriftenlisten (13.568 Unterschriften) unterzeichnet werden. Die insgesamt 15.200 Unterschriften wurden in einem Zeitraum von acht Wochen gesammelt. Die Übergabe erfolgte am 17. 12. 2015 und in den nächsten Wochen wird sich der Petitionsausschuss zusammensetzen und sich mit diesem Punkt im Gesetzentwurf des Landesnaturschutzgesetzes befassen.  

Christin Nowok
Obfrau für Öffentlichkeitsarbeit
der KJS RD-Ost

 

Hinweis: Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf ein Bild.

 


LJV Shop Logo

RSS Feed LJV SH

Immer auf dem aktuellsten Stand mit dem RSS-Feed des Landesjagdverbandes Schlewig-Holstein e.V.