Der Hausmarder

Marder suchen Quartiere, an denen sie ungestört den Tag verbringen können, bevor sie sich in der Dämmerung und nachts auf die Suche nach Essbarem machen. Abends ist da ein kurzes Rumpeln auf dem Dachboden, beim Abendspaziergang eine Bewegung im Augenwinkel, dann womöglich tagelang nichts mehr. Erfahrungsgemäß bekommt der Mensch den Marder gar nicht zu Gesicht, vielleicht überrascht ein Stück Obst auf dem Dachboden, oder Werkzeug im Gartenhaus liegt auf dem Boden anstatt im gut sortierten Regal. Erst eine genauere Inspektion bringt vielleicht etwas Marderkot zum Vorschein; an der charakteristischen Form ist er dann leicht von Katzenkot zu unterscheiden. Marder sind übrigens ebenso reinlich wie Katzen, ein kleiner Bereich des Verstecks ist daher als Toilette reserviert.

Von einem Rüden, der in Haus und Hof tagsüber Unterschlupf sucht, werden Sie im Regelfall gar nichts weiter mitbekommen. Wählt aber die Fähe Ihren Dachboden als geeigneten Wurfplatz, kann es lebhaft werden. Aber auch wenn eine Fähe in der Ranz den Erwählten besucht, geht dies mit etwas lauterem Werben einher, gegenseitiges Jagen, Balgen auch der eine oder andere heftigere Bis gehören bei Mardern zum guten Ton. Der aufspringende Rüde verbeißt sich übrigens bei der Paarung im Nackenfell der Fähe. Über den Sinn dieses Verhaltens ist schon viel gerätselt worden, es wird darüber spekuliert, ob es sich um einen Beute- oder einen Tragbiss (wie bei den Jungen) handelt. Aber erst ca. 8 Wochen nach der Geburt der Jungen (im auf die Paarung folgenden Frühjahr) gibt es wirklich Radau, wenn die Jungen das Wurfnest verlassen und dann auch tagsüber mit dem Spielen beginnen (s. o.).

Oft ist man sich gar nicht so sicher. War da was? Oder spielt das Gehör des Nachts böse Streiche. Ein Einbrecher, oder nur eine Maus? Einige der verräterischen Spuren des Steinmarders sind bereits beschrieben worden (Futterreste, Marderkot etc.). Riechen werden Sie den Hausgast übrigens meistens nicht können. Aber Sie können ganz nach Trapper-Art dafür sorgen, dass sie seine Fährte zu sehen bekommen, vorausgesetzt der Boden ist trocken. Streuen sie an strategisch günstigen Stellen großzügig Mehl aus. Besucht Sie ein Marder, werden Sie die Abdrücke der charakteristischen Bärentatzen entdecken; Maus und Katze lassen sich leicht unterscheiden.


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